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Hans Fallada

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Литература и библиотековедение

Die umfangreichen Recherchen ermöglichen die Sicht auf die zwiespältigen Aspekte des Lebens von Hans Fallada. Politisch immer wieder zwischen den Fronten stehend, literarisch gelobt und bewundert einerseits, getadelt und verworfen andererseits, gelangen ihm trotz seiner starken, periodisch auftretenden Suchterkrankungen...

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2015-09-14

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„Mehr Leben als eins?“ Nur so scheint die gebrochene Biographie des Schriftstellers Hans Fallada (1893-1947) zu fassen zu sein. Die Romane „Kleiner Mann – was nun?“(1932), „Wer einmal aus dem Blechnapf frißt“ (1934) und „Ein Mann will hinauf“ (hg. 1953) besitzen bis in die Gegenwart große Popularität, der Mensch Rudolf Ditzen dagegen verbirgt sich bis heute hinter dem Pseudonym Hans Fallada und bleibt seinem Lesepublikum weitgehend unbekannt. Jenny Williams analysiert ausgehend von der Privatperson Rudolf Ditzen dessen Lebensabschnitte. Das Werk, die künstlerischen Schaffensprozesse finden Ursache und Wirkung zugleich im Pseudonym Hans Fallada, so die Autorin. Die irische Germanistin nutzte für ihre Darstellung insbesondere bisher unveröffentlichte Erinnerungen, Briefe aus dem Hans-Fallada-Archiv Carwitz und Gespräche mit der Ehefrau Falladas, Anna Ditzen. 

Die umfangreichen Recherchen ermöglichen die Sicht auf die zwiespältigen Aspekte des Lebens von Hans Fallada. Politisch immer wieder zwischen den Fronten stehend, literarisch gelobt und bewundert einerseits, getadelt und verworfen andererseits, gelangen ihm trotz seiner starken, periodisch auftretenden Suchterkrankungen Werke, deren erzählerische Kraft und intensive Beobachtung zugleich dokumentarischen Charakter haben. Wie stark dabei persönliche Probleme, finanzielle Nöte und literarischer Schaffensdrang voneinander in Abhängigkeit geraten, zeigt Jenny Williams so eindrucksvoll, das ihre Biographie Falladas wahrhaftig spannend zu lesen ist. Das liegt auch an der kompakten Darstellung, die sehr gut in die deutsche Übersetzung von Hans-Christian Oeser übertragen wurde. 

Hans Fallada hieß eigentlich Rudolf Ditzen. Er wurde am 21. Juli 1893 als ältester Sohn des Landgerichtsrats Wilhelm Ditzen und dessen Frau Elisabeth in Greifswald geboren. Aufgrund einer beruflichen Versetzung zog die Familie 1899 nach Berlin. Dort kam Rudolf 1901 aufs Gymnasium. Acht Jahre später wurde Wilhelm Ditzen zum Reichsgerichsrat befördert und nach Leipzig versetzt.

Im Alter von achtzehn Jahren versuchten Rudolf und sein Schulkamerad Hans Dietrich von Necker einen Doppelselbstmord: Sie wollten sich gegenseitig bei einem Duell erschießen. Doch im Gegensatz zu seinem Mitschüler wurde Rudolf Ditzen nur verletzt und überlebte. Daraufhin verbrachte er einige Zeit zwangsweise in der Psychiatrischen Universitätsklinik Jena und musste die Schule ohne Abschluss verlassen.

Er begann eine landwirtschaftliche Ausbildung, meldete sich 1914 als Kriegsfreiwilliger, war aber nur wenige Tage beim Militär und schlug sich 1915/16 als Gutsangestellter, Assistent der Landwirtschaftskammer in Stettin und Angestellter der Kartoffelbaugesellschaft in Berlin durch. 

Wegen seiner Abhängigkeit von Morphium und Alkohol unterzog er sich 1917 und 1919 Entziehungskuren.

1920 veröffentlichte er unter dem Pseudonym "Hans Fallada" seinen ersten Roman: "Der junge Goedeschal". (Falada heißt das geköpfte Pferd in dem Märchen "Die Gänsemagd" der Gebrüder Grimm.)

Wegen einer Unterschlagung wurde Hans Fallada 1923 zu drei Monaten Haft verurteilt, und von 1926 bis 1928 verbüßte er eine zweieinhalbjährige Gefängnisstrafe wegen Betrugs.

Am 5. April 1929 heiratete Hans Fallada die acht Jahre jüngere Anna Margarete ("Suse") Issel. (Ihre Kinder wurden 1930, 1933 bzw. 1940 geboren.) Nach mehreren Anstellungen auf Gütern in Mecklenburg, Westpreußen, Schlesien, Pommern und Holstein arbeitete er 1929 als Annoncenwerber und Journalist, bevor er im Jahr darauf als Lektor im Rowohlt-Verlag anfing.

Der 1932 veröffentlichte Roman "Kleiner Mann, was nun" machte Hans Fallada berühmt. Das Honorar ermöglichte es ihm, 1933 in Carwitz, Mecklenburg, ein Gut zu erwerben.

Nachdem seine Ehe am 5. Juni 1944 geschieden worden war, soll Hans Fallada am 28. August 1944 auf Anna geschossen haben, ohne sie zu treffen. Dafür wurde er jedoch nicht zu einer weiteren Haftstrafe verurteilt, sondern für dreieinhalb Monate in eine Trinkerheilanstalt eingewiesen.

Am 1. Februar 1945 heiratete er die ebenfalls alkoholkranke und morphiumsüchtige Witwe Ursula Losch und zog mit ihr nach Berlin. Um das Geld für Drogen und Spirituosen zu beschaffen, prostituierte Ursula sich – und infizierte dadurch sich und Hans Fallada mit Syphilis.

Am 5. Februar 1947 starb Hans Fallada in einem Berliner Krankenhaus.

Während Hans Fallada sich mit seinem Debütroman ("Der junge Goedeschal") noch am Expressionismus orientiert hatte, fand er dann seinen persönlichen Stil in der Neuen Sachlichkeit: Seine Romane sind nüchtern und wie Reportagen geschrieben. Dabei griff er auf seine eigenen Lebenserfahrungen zurück, und seine außergewöhnliche Beobachtungsgabe kam ihm sehr zugute. Johannes R. Becher sagte 1947 über Hans Fallada: "Er verfügte über die breiteste Skala menschlicher Empfindung. Nichts Menschliches, nichts Unmenschliches ist ihm fremd geblieben. Die verborgensten Gefühle schlug er an, und nichts Unbewusstes fehlte auf seiner Tastatur, und das Außergewöhnliche und Problematische wusste er verständlich und zugänglich zu machen in einer schlichten, volkstümlichen Sprache. Seine Liebe aber galt dem einfachen Leben und den kleinen Leuten."

Kleiner Mann – was nun ist ein Roman von Hans Fallada aus dem Jahre 1932.

Der Roman erschien mitten in der seit 1929 anhaltenden Weltwirtschaftskrise, die ihren Ausgang aus dem Zusammenbruch der amerikanischen Börse am 24. Oktober 1929 nahm, besser bekannt als „Schwarzer Donnerstag“. Sie brachte weltweit viel Elend und Armut und sorgte vielfach für einen rapiden Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Für Hans Fallada brachte dieser Roman – der der Neuen Sachlichkeit zuzurechnen ist – den Durchbruch als Schriftsteller. Wesentlich unterstützt wurde er von seinem Verleger Ernst Rowohlt, der ihm eine Halbtagsbeschäftigung im Verlag verschafft hatte, so dass er ohne finanzielle Sorgen an dem Roman arbeiten konnte.

Kaum haben der Buchhalter Johannes Pinneberg und seine Freundin, die Verkäuferin Emma „Lämmchen“ Mörschel erfahren, dass Lämmchen im zweiten Monat schwanger ist, wird Pinneberg entlassen und muss sich im Deutschland der Weltwirtschaftskrise eine neue Arbeitsstelle suchen.

Rettung kommt von Pinnebergs ungeliebter Mutter Mia, einer Lebedame aus Berlin, die ihrem Sohn eine Stellung als Verkäufer im Berliner Warenhaus Mandel verschafft. Doch auch hier steht Pinneberg unter Druck, weil Organisator Spannfuß eine zu erreichende Verkaufsquote verlangt, die zu Mauscheleien und Konkurrenzkämpfen unter den Verkäufern führt. Als der Sohn Horst, genannt Murkel, auf die Welt kommt, ist das Geld wieder knapp, weil der Antrag auf Wochen- und Stillgeld von der Krankenkasse nur schleppend bearbeitet wird.

Nach einem Jahr endet für Pinneberg die Tätigkeit im Warenhaus Mandel. Nach mehreren Ermahnungen wegen Zuspätkommens ist er mit seiner Verkaufsquote im Rückstand. So fleht er den Filmschauspieler Franz Schlüter, der sich im Laden nur umschauen möchte, unter Verweis auf die Quote derart aufdringlich um einen Kauf an, dass man Pinneberg fristlos kündigt.

Im November 1932 lebt die Kleinfamilie illegalerweise in einer Gartenlaube etwa 40 Kilometer östlich von Berlin. Obwohl Pinneberg seit 14 Monaten arbeitslos ist, verbietet ihm „Lämmchen“, einen gewissen Krymna auf dessen Holz-Beutezügen zu begleiten. Stattdessen treibt er ausstehenden Lohn für seine Frau ein, die bei Privatleuten Strümpfe stopft. Eine Fahrt nach Berlin, um die Arbeitslosenunterstützung abzuholen, endet als Fiasko. Gedemütigt durch Berliner Schutzpolizisten, die ihn vom Bürgersteig verscheucht haben, traut er sich kaum, seiner Frau unter die Augen zu treten.

Dennoch entdecken Pinneberg und 'Lämmchen' die alte Liebe wieder und erkennen, dass nur sie wirklich wichtig ist.

Wolf unter Wölfen ist ein Roman von Hans Fallada aus dem Jahre 1937. Die Geschichte spielt im Inflationsjahr 1923. Der Roman wurde 1964unter dem gleichen Titel von der DEFA unter Regie von Hans-Joachim Kasprzik verfilmt.

Der Titelheld Wolfgang Pagel, Sohn aus gutsituierter Familie, hat sich mit seiner verwitweten Mutter überworfen und lebt vom Glücksspiel. Als er ausgerechnet in der Nacht vor seiner Hochzeit alles verliert, begibt er sich im inflationsgeschüttelten Berlin auf die Suche nach Geld. Während Wolfgang immer weiter getrieben wird, wird seine Freundin Petra Ledig von der Vermieterin, nur unzureichend bekleidet, aus der Wohnung geworfen, und wegen ihres Aufzugs von der Polizei festgenommen. Wolfgang trifft schließlich vollkommen abgebrannt auf einen ehemaligen Vorgesetzten vom Militär, Rittmeister von Prackwitz, und lässt sich von diesem überreden, ihm auf seinem Gut Neulohe als Verwalter beizustehen. Auf Neulohe gerät Wolfgang Pagel in einen familiären und politischen Sumpf. Rittmeister von Prackwitz weiß nicht, woher er Arbeiter für die Ernte bekommen und wie er seinem Schwiegervater die Pacht zahlen soll. Frau von Prackwitz liebt weder ihren Mann noch ihren Vater, möchte aber die geordneten Verhältnisse erhalten. Das fünfzehnjährige Töchterchen Violet hat eine heimliche Affäre mit dem Freikorps-Leutnant Fritz, der einen Putsch gegen die Demokratie plant, wird aber von dem zwielichtigen Diener Hubert Räder erpresst. Gutsinspektor Meier betrügt seine Herrschaft. Und Sophie Kowalewski, die Tochter des Leutevogts, verhilft ihrem im Zuchthaus sitzenden Verlobten zur Flucht. Je mehr die Verhältnisse auf Neulohe aus den Fugen geraten, desto mehr findet Wolfgang Pagel zu seinem eigenen inneren Gleichgewicht zurück, zumal er erfährt, dass Petra in Berlin eine sichere Arbeit gefunden hat und schwanger ist. Als in Neulohe schließlich trotz seiner Bemühungen wirklich alles auseinanderfällt und es zur familiären Katastrophe kommt, kehrt er nach Berlin zurück, söhnt sich mit Petra und seiner Mutter aus und beginnt ein Studium.

Rund um die Geschichte Wolfgang Pagels siedelt Fallada verschiedene Nebenhandlungen an, die ein realistisches Bild des verrückten, überdrehten Inflationsjahres in der Stadt und der zusammenbrechenden alten Ordnung auf dem Land geben. Diese „Nebenhandlungen“ stehen allerdings nicht abseits einer Haupthandlung oder sind in sich geschlossen. Bestimmte Kapitel versieht Fallada mit vorangehenden Informationen, in denen der Wert der Mark im Gegensatz zu dem des Dollars gesetzt wird, womit die prekäre Situation der Protagonisten bildlich gemacht wird.

Wolf unter Wölfen ist ein komplexes Gesellschaftsportrait, in dem die Härte und die egoistischen Motive der einzelnen Protagonisten zum Tragen kommen. Auf Grund seiner „protagonistisch-subjektiven“ Schreibweise kann der Leser die Gedankengänge der Hauptpersonen, so abstrakt oder pervers diese auch sein mögen, nachvollziehen. Die Figuren entsprechen nicht bloß ihrem Rollenmuster, sondern vereinen Widersprüche, Eigenheiten, Ansichten und Entwicklungspotential in sich. Dabei ist Falladas Erzählstil nie abgehoben oder intellektuell sondern stets volksnah.

Wie schon im Titel anklingt thematisiert Fallada als zentrales Motiv die Anonymität des Einzelnen in einer Welt, in der jeder nur nach seinen eigenen egoistischen Maßstäben handelt, was Parallelen aufwirft zur heutigen Moderne. Wolf unter Wölfen ist damit auch ein politisches Werk, das ohne platt zu moralisieren oder den Zeigefinger zu erheben die vertrackte Lage der damaligen Zeit in einer sehr realistischen Form nachzeichnet. Dennoch bleibt die Güte und die Menschlichkeit nicht auf der Strecke sondern erweist sich immer wieder und nimmt auch in der Liebesgeschichte von W. Pagel und P. Ledig mit zuweilen romantischen Szenen großen Platz ein.

Wolf unter Wölfen ist in seiner Komplexität von Handelnden und Handlung eine episch angelegte Charakterstudie und einer „der Klassiker“ der deutschen Literatur. Falladas Werk ist mit seinem nüchternen, dialoglastigen Erzählstil charakteristisch für die Epoche der Neuen Sachlichkeit.

Damals bei uns daheim. Erlebtes, Erfahrenes und Erfundenes ist der Titel eines Buches mit autobiographischen Kindheitserinnerungen des deutschen Schriftstellers Hans Fallada (1893-1947), das 1941 erstmals erschien.

Hans Fallada, dessen richtiger Name Rudolf Ditzen war, schrieb vorwiegend sozialkritische Zeitromane im Stil der Neuen Sachlichkeit, dazwischen aber auch immer wieder unterhaltsame Gegenwartsromane. Der psychisch labile, alkohol- und morphiumabhängige Fallada war Sozialdemokrat[1], konnte aber auch nach der nationalsozialistischen Machtergreifung trotz mancher Anfeindungen weiter veröffentlichen. 1933 zog er sich auf ein Landgut in Mecklenburg zurück und ließ den kritischen Zeitromanen Wolf unter Wölfen (1937) und Der eiserne Gustav (1938) nunmehr unverfängliche Bücher, wie den Unterhaltungsroman Kleiner Mann - großer Mann, alles vertauscht (1939) und den Eheroman Der ungeliebte Mann(1940) folgen.

1941 veröffentlichte Fallada nun seine Kindheitserinnerungen aus den Jahren 1905 bis 1914 unter dem Titel Damals bei uns daheim. Er hielt sich dabei großteils an wirkliche Erlebnisse, räumte aber im Vorwort ein, im Detail manches etwas abgeändert oder erfunden zu haben. Der Ton des Buches ist durchaus heiter und humorvoll, wenn auch die schwierige Wirklichkeit seiner Kindheit immer wieder durchschimmert. Fallada war stets ein ungeschickter Sonderling gewesen, dem oftmals Missgeschicke passierten und der nicht viele Freunde hatte. Er neigte zu Depressionen und Fatalismus, was im Alter von 18 Jahren in einen Selbstmordversuch mündete. Doch das ist nicht mehr Gegenstand des Buches.

Fallada schildert den kindlichen Alltag eines bürgerlichen Haushalts im Berlin des beginnenden 20. Jahrhunderts. Liebevoll werden die Eigenarten und Charakteristika der Eltern und Geschwister, aber auch weiterer Verwandter und der Hausangestellten beschrieben. Auch die zur Entstehungszeit des Buches bereits unvorstellbaren Zwänge des wilhelminischen Deutschland kommen zur Sprache. Wenn Fallada auch zugibt, vieles vergessen zu haben, gibt er die Gefühlswelt und die Wahrnehmungsweise eines Kindes prägnant und anschaulich wieder. An sich traurige Erlebnisse oder Missgeschicke werden durch die Jahre verklärt humorvoll erzählt.

Der elterliche Haushalt bestand aus dem Vater, einem Reichsgerichtsrat, und dessen um einiges jüngeren Frau sowie den vier Kindern. In Rückblenden werden auch Episoden aus dem Leben der Eltern in früheren Jahren oder von Onkeln und Tanten wiedergegeben. Urlaubsreisen, Schulgeschichten, Kinderstreiche und immer wieder die zahlreichen Unfälle und Missgeschicke des Knaben bilden den Inhalt des Buches. Auch sein Versuch, sich der noch neuen Jugendbewegung des Wandervogels anzuschließen, endet mit einem Misserfolg. Am Ende des Buches, als die Familie bereits von Berlin nach Leipzig übersiedelt war, er eine Prüfung zur vorzeitigen Aufnahme an einer dortigen Schule bestand und vom Vater ein teures Fahrrad geschenkt bekam, schien sich sein Geschick zu wandeln. Doch bereits bei der ersten Ausfahrt mit dem Rad geschah das Unglück: er erlitt einen schweren, lebensgefährlichen Unfall, die bestandene Prüfung war umsonst und sein Rad kaputt. Mit fatalistischem Gleichmut ergab er sich in sein Schicksal, das nur immer Rückschläge für ihn bereitzuhalten schien. In der Erinnerung resümierte Fallada allerdings, dass er in all seinem Unglück doch eigentlich auch sehr viel Glück gehabt hatte, denn es hätte manches noch viel schlimmer kommen können. Ganz am Ende der Erinnerungen schildert der Autor das erste Erwachen sexuellen Interesses, das in ein erstes Erlebnis mit einem Hausmädchen mündet. Damit waren seine Kinderjahre nun abgeschlossen und der Weg in eine unbekannte Zukunft begann.

Diesem Buch ließ Fallada 1943 den Band Heute bei uns daheim folgen.

Damals bei uns daheim war ein großer Publikumserfolg und war ab 1955 bis heute ständig auf dem westdeutschen Buchmarkt präsent, ab Mitte der 70er Jahre auch in der DDR. Übersetzungen in alle skandinavischen Sprachen kurz nach Erscheinen der Erstausgabe folgten ab den 60er Jahren Übetragungen ins Russische und die baltischen Sprachen. Damit hat Buch und Autor über die verschiedensten politischen Regime und Zeiten hinweg dauerhaften Erfolg bewiesen.

Der Trinker ist ein Roman von Hans Fallada. Der Autor verfasste das Werk 1944 während einer Haftzeit in der Landesanstalt Altstrelitz, er stützte sich dabei auf die eigenen Erfahrungen mit der Alkoholabhängigkeit. Der Roman wurde postum erst 1950 verцffentlicht.

Der Trinker gilt, neben dem nachfolgend geschriebenen Der Albdruck, als Falladas persönlichstes Werk. Der Autor war nach einem mutmaßlichen Totschlagversuch an seiner ehemaligen Frau als nicht zurechnungsfähig für dreieinhalb Monate inhaftiert worden. In der Haft verfasste er heimlich das sogenannte „Trinkermanuskript“, eine intensive Auseinandersetzung mit den Demütigungen und persönlichen Krisen während der vergangenen Jahre. Der schließlich erst nach Falladas Tod (1947) veröffentlichte Roman ist Teil dieses Manuskripts.

Das Geschäft von Erwin Sommer läuft seit einiger Zeit schlecht. Als er durch seine Nachlässigkeit einen großen Auftrag an seinen jungen Konkurrenten Heinze verliert, spült er seinen Kummer mit einer halben Flasche Rotwein weg. Sommer fährt gegen den Willen seiner Frau auf Geschäftsreise nach Hamburg, wo er sich innerhalb einer Woche das regelmäßige Trinken angewöhnt. Schließlich findet seine Frau seine Alkoholabhängigkeit und die schlechte Lage des Geschäftes heraus und möchte erreichen, dass er sich in Therapie begibt, indem sie ihn von zwei Ärzten in die Trinkerheilanstalt bringen lässt, aber er flüchtet unterwegs aus dem Auto. Durch Kriminalität und weitere Alkoholabstürze kommt er zunächst als Untersuchungshäftling ins Gefängnis, später dann in eine geschlossene Heil- und Pflegeanstalt. Bei ihrem einzigen Besuch dort teilt ihm seine Frau mit, dass sie sich mit seinem jungen Konkurrenten geschäftlich und privat zusammengetan hat. Daraufhin verliert Sommer in einem Wutanfall die Kontrolle über sich. Seine Verzweiflung wächst und bringt ihn schließlich dazu, nach langer und erzwungener Abstinenz von den Ethanolvorräten auf seiner Station zu trinken. Dies wird entdeckt und zusammen mit der Wut seiner Frau gegenüber als Zeichen dafür gewertet, dass er nicht entlassen werden kann. Seine dauerhafte Unterbringung wird vom Anstaltsleiter verfьgt.

Der Alpdruck ist ein Roman Hans Falladas. Er ist eines seiner letzten Werke, wurde zwischen 1945 und '46 geschrieben und 1947 (nach Falladas Tod) veröffentlicht.

Protagonist des Romans ist der Schriftsteller Dr. Doll. Er ist mit Alma Doll, einer wesentlich jüngeren Frau, zum zweiten Mal verheiratet und lebt zu Beginn der Handlung am Rande einer Kleinstadt in der Nähe von Prenzlau, nicht allzu weit von Berlin entfernt. Das Kriegsende steht kurz bevor, dieRote Armee hat die Gegend bereits erreicht und verbliebene Einheiten von Wehrmacht und SS verlassen die Stadt. Die Stimmung, in der sich Doll schon zu Beginn befindet, ist geprägt von Düsternis, Apathie und Fatalismus. Diese Stimmung ergibt sich für ihn nicht nur aus der Situation des deutschen Volkes, sondern auch aus seiner spezifischen Lage als Schriftsteller im Dritten Reich. Dessen ungeachtet begrüßt Doll die anrückende Rote Armee als ersehnte Befreier - und zwar zu Anfang viel zu enthusiastisch und naiv, wie er bald merken muss, als die Soldaten der Roten Armee unter den Deutschen nicht sonderlich zu differenzieren scheinen und seine Begeisterung nicht erwidern. So müssen Doll und seine Frau dann auch zusammen mit allen anderen verbliebenen Deutschen zum Arbeitsdienst antreten - er als Kuhhirte, sie als Lastenträgerin. Durch einen Zufall wird die Kommandantur auf Doll aufmerksam. Man bringt ihn dazu, für den Kommandanten vom Rathaus aus eine Rede an die Einwohner zu halten, mit der auch in der kleinen Stadt sinnbildlich die Stunde Null eingeläutet wird. Auf diese Bewährungsprobe hin wird Doll vom Kommandanten zum Bürgermeister bestimmt. Aus einem in der Kleinstadt sehr unbeliebten Menschen wird so der Stadtvater. Wie unbeliebt Doll einst war, wird anhand seiner Auseinandersetzung mit dem Tierarzt Dr. Wilhelm, genannt "Farken-Willem", geschildert.

Widerwillig, doch pflichtbewusst erfüllt Doll seine Bürgermeisterpflichten. Das Arbeitspensum ist groß, in der Nachkriegszeit gibt es viel zu tun, selbst in einer Kleinstadt. Dolls innere Krise dauert dabei an. Zusätzlich macht ihm nun zu schaffen, dass er als Amtsperson mit ehemaligen Nazis und Kriegsprofiteuren umgehen muss. Lediglich die viele Arbeit hält ihn vom inneren Zusammenbruch ab. Doll wird schließlich krank und kann damit auch seinen Posten abgeben.

In der kleinen Stadt hält ihn nichts mehr und das Ehepaar macht sich auf eine beschwerliche Fahrt ins zerstörte Berlin. Sie hoffen, dort in der Wohnung Alma Dolls neu beginnen zu können. Doch das Leben in den Trümmern der überfüllten Stadt erweist sich als unendlich schwieriger als das Leben auf dem Land. Das beginnt bereits bei der Ankunft mit der Schwierigkeit, sich in den Ruinen zurecht zu finden, obwohl beide Dolls gebürtige Berliner sind.


 

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